Von der Pflege in die Filmbranche

Von der Pflege in die Filmbranche

Von der Pflege in die Filmbranche

https://www.kgs-rastede.de/images/stories/berichte/2018-2019/2019-03-07_filmkunst.pdf

Datum: 16.03.2019 Autor: Wolfgang Alexander Meyer

Auch beim Zuschauer-preis im Internetist derFilm vorne mit dabei.Noch kann abgestimmtwerden.VON WOLFGANGALEXANDERMEYERRASTEDE–Schlecht bezahlteJobs, harte Arbeit und wenigZeitfürdasZwischenmensch-liche–wersichfüreinenBe-rufin der Pflege entscheidet,derhatesoftnichtleicht.DashatauchSintjeKrausevonderKooperativen GesamtschuleinRastedegemerkt.„DahabeichzumerstenMaldenPfle-genotstand erlebt“, berichtetdieZehntklässlerin.DasThemaließSintjenichtmehr los. Als sie dann dieMöglichkeit hatte, mitihrenMitschülerinnen Tomke Alb-recht und Josephine Dariesüber den Kunst-Kurs derSchule an einemKurzfilm-wettbewerb teilzunehmen,wardasThemadesgemeinsa-menFilmesschnellgefunden.Und diese Entscheidung hatschonjetztFrüchtegetragen.Ein Platzauf dem Podest„Wir haben die Benach-richtigung vomVeranstalterbekommen, dass der Film,den die Schülerinnen ,Unan-tastbar‘genannthaben,unterdieTopTenallereingereich-ten Beiträge gewähltwurde“,berichtetLehrerinAlinaEdel-mann,diedenKunst-Kurslei-tet.ObesfüreinenPlatzaufdemPodestreicht, weiß diePädagogin aber jetztnochnicht.„Daswirdsicham3.Aprilzeigen.„Dannfahrenwirzuroffiziellen Bekanntgabe derErgebnisse nach Hannover“,sagtEdelmann.Bisdahinha-be sich auchentschieden,welcherFilmbeitragdenPub-likumspreis für die meistenAufrufe erhält. Und momen-tanliegtderKurzfilmausRas-tede mitetwa1500 Aufrufenvorne. „Dakommen hoffent-lich nochviele Aufrufe mehrzusammen“, sagt die Lehre-rin.DenFilmanzusehenloh-nesichaufjedenFall.Inhaltlich haben sich dieSchülerinnenmitdemThemaPflege auseinandergesetzt.DafürwarensieimAltenheim„Petershof“ in Rastede undhaben Interviews mitPflege-kräften und Bewohnern ge-führt.„Esisttoll,dasswirimPe-tershofdrehen durften“, sagtJosephine.DieMitarbeiterha-ben uns wirklich gutunter-stützt. Und auchdie Bewoh-ner waren begeistert. Einigehaben sogar gefragt, was siezumDrehtag anziehen sol-len“,erinnertsiesich.Obwohl die SchülerinnendieSituationimPetershofalspositivempfunden haben,zeigen die Interviews dochdas generelle Problem, wennes um die Pflegesituation inDeutschland geht: „Genugsindwirnie“,lauteteinerderSätze,dievomPersonalkom-men. Man würde sich gerneintensiver um die Bewohnerkümmern, das sei wegen dergeringen Personaldecke aberoftnichtmöglich.Auch die Bezahlung derPflegekräfteseinichtgerecht,sagteinerderBewohner.Vorallemwenn man bedenke,dass auchamSonntag ge-arbeitetwerdenmüsse.Ein weiterer Satz, der imFilm in diesem Zusammen-hang von einer Mitarbeiterinfällt, ist„Man hat immer dieZeitimNacken“.Passendda-zuwirdeineSzeneeingeblen-det,inderdieHeimbewohnerGymnastikübungenmitHolz-stäbenmachen,diesiesichandenNackendrücken.AnStellenwiediesenmerktman, dass die Schülerinnensich viel Mühe bei der Pro-duktion des Filmes gegebenhaben und es verstehen, dieEinzelinterviewsmitdempas-sendenBildmaterialausdemAlltag des Altenheimes zuunterstreichen.Dass die Filmproduktionnichteinfachist,habenTom-ke, Josephine und Sintje im-merwiedererfahrenmüssen.„Wir mussten einige Szenenmehrfachdrehen,weilimmerwieder etwas nichtgepassthat“, berichtetTomke. UndauchdieInterviewsseienzumTeil sehr intensiv gewesen:„DagingesaneinigenStellenauchumsehr persönlicheDinge“, erinnert sich Sintje.Es sei schwer gewesen, in soeinerSituationnichtzuemo-tionalzureagieren.Schnittdauert StundenEine der langwierigstenArbeiten hatJosephine beisich zu Hause übernommen:den Schnittdes Materials.„DashatvieleStundengedau-ert“, berichtetdie 15-Jährige.„DasgingnurinEtappen.“Am Ende sind die Schüle-rinnen mitihrem Ergebnismehr als nur zufrieden. „Ichhoffe,dassderFilmöffentlichbekannt wird, damitMen-schenaufdieproblematischePflegesituation aufmerksamwerden“, sagt Sintje, die sichselber vorstellen kann, ir-gendwann im Pflegebereichzuarbeiten.